PALAU
Ein Paradies am Ende des Regenbogens

"Alii" - willkommen in Palau: In dem kleinen Pazifik-Inselstaat genießen rund 50.000 Besucher pro Jahr neben abwechslungsreichen Landschaften, unberührten Riffen und langen Sandstränden eine vielfältige Kultur mit alten Traditionen, die noch heute gepflegt werden. Das zu Mikronesien gehörende "Land am Ende des Regenbogens" zählt zu den reizvollsten und einzigartigsten Zielen des Pazifiks. Vor allem Taucher finden hier ein wahres Eldorado vor. Aber auch für andere Aktivitäten wie Wassersport, Wandern und Mountainbiking gilt Palau als erste Adresse. Heute ist der Tou-rismus die wichtigste Einnahmequelle des kleinen Landes. Die unabhängige Republik Palau liegt 700 Kilometer östlich der Philippinen und 1.200 Kilometer nördlich der indonesischen Insel Biak. Mit 494 Quadratkilometern ist der Staat etwas größer als Andorra. Der Reiz der insgesamt 343 Inseln besteht dabei vor allem in der Vielfalt ihrer Landschaftsformen: Die aus alten Riffen entstandenen Rock Islands, die zum Pflichtprogramm echter Pazifik-Kenner gehören, ragen wie üppig bewachsene Pilzköpfe aus dem in zahllosen Blautönen schimmernden Meer. Nicht von ungefähr erhielten die Inseln den Beinamen "Green Gardens": Tropische Regenwälder schaffen märchenhafte Szenerien; mystische Höhlen, Seen und von tropischen Gewächsen überwucherte Felsformationen versetzen den Besucher in eine andere Welt.
Geheimtipp unberührtes Mikronesien

Die Hauptstadt Koror bildet den Ausgangspunkt und das Zentrum einer Palau-Reise. In Koror leben über zwei Drittel der rund 17.000 Einwohner Palaus, und die meisten öffentlichen und touristischen Einrichtungen sind hier angesiedelt. Taucher schätzen das glasklare Wasser, die Korallenformationen und die vielfältige Unterwasserwelt, die Palau zu einer der weltweit interessantesten Tauchdestinationen macht: Die Inselgruppe wurde von der Organisation CEDAM International unter die "sieben Unterwasserweltwunder" gewählt. Auch außerhalb des Meeres suchen Flora und Fauna ihresgleichen. Zahlreiche Vogelarten, Krokodile, Riesenschildkröten und Affen bevölkern die Inseln, neben Mangrovenwäldern und Dschungeln finden sich Savannen, Sandstrände, Klippen und Hügellandschaften. Urlauber können in Palau darüber hinaus einen Einblick in die deutsche Kolonialgeschichte gewinnen, stand das Land doch von 1899 bis 1914 unter deutscher Herrschaft. Auch Spanier, Japaner und die USA haben ihre Spuren hinterlassen. Trotz 200 Jahren Fremdherrschaft pflegen die Bewohner bis heute alte Brauchtümer und laden den Besucher gerne ein, daran teilzuhaben: Traditionelle Handarbeiten und feine Webereien sowie alte Tänze, Musik, Mythen und Legenden zeugen von der Geschichte des Landes. In den sogenannten "Storyboards", in die ganze Geschichten eingeschnitzt sind, finden sich die Sagen der Inseln wieder. Die Unterkünfte reichen von günstigen Pensionen bis hin zu Luxushotels internationalen Standards. Direkte Flugverbindungen nach Koror werden über Manila, Tokio und Taipeh angeboten. Im Internet ist Palau mit einer umfassenden und übersichtlichen Homepage vertreten, aus der Interessenten zahlreiche Informationen über geschichtliche und kulturelle Hintergründe, Aktivitäten, Infrastruktur und aktuelle Adressen abrufen können. Die graphische Darstellung erinnert an die kunstvollen Storyboards.
Mit den Fischen um die Wette

Es sind die einzigartigen Tauchmöglichkeiten, die die meisten Besucher nach Palau locken. Im Jahr 1989 wählte CEDAM International, eine Organisation, die sich Erhaltung (Conservation), Schulung (Education), Tauchen (Diving), Archäologie (Archeology) und Museen gewidmet hat, Palau zu den "sieben Unterwasserweltwundern". Taucher können in Palau zwischen 30 genau bezeichneten sowie zahlreichen weniger bekannten Tauchplätzen wählen. Wo auch immer der Aquanaut ins glasklare Wasser eintaucht, entdeckt er Korallen, Fische und Muscheln und genießt eine Sicht von etwa 70 Metern. Tiefe Höhlen, spektakuläre Steilwände, bunte Korallengärten und nicht zuletzt mehrere Dutzend alte Schiffswracks bilden eine ganz außergewöhnliche Unterwasserwelt und laden zu immer neuen Entdeckungen ein. Besonders eindrucksvoll präsentieren sich die sogenannten "Dropoffs": Ist das Wasser an der einen Stelle noch seicht, fällt der Meeresgrund ein Stückchen weiter häufig einige hundert Meter senkrecht ab. Der 300 Meter tiefe Ngemelis Dropoff gilt unter Kennern als der attraktivste der Welt. Ein weiteres beliebtes Tauchziel ist die ebenfalls in der Nähe der Insel Ngemelis gelegene sogenannte Blue Corner. Dank ihrer dichten Konzentration an marinem Leben wird auch diese Stelle zu den schönsten Tauchplätzen der Welt gezählt. Nur wenige Minuten entfernt lädt der German Channel zum Tauchen ein, der für sein regelmäßiges Vorkommen an Mantarochen bekannt ist, die majestätisch durch das Wasser schweben. Gelegentlich werden Taucher von einem Hai überrascht, der seine Zähne zeigt, um sie von den mutigen kleinen Putzerfischen reinigen zu lassen. Hinter dem Namen Siaes Tunnel verbirgt sich eine imposante Unterwasserhöhle, die in ein geheimnisvolles blaues Licht getaucht und mit den fächerförmigen Hornkorallen und alten Büschen schwarzer Korallen bewachsen ist. Auf dem weißen Sandboden der Höhle können fast immer Weißspitzen-Riffhaie gesichtet werden, die hier dösen. Ganz gegensätzlich präsentiert sich Chandelier Cave, eine Reihe von Unterwasserkammern mit alten Stalaktiten. Dieses Gebiet eignet sich auch für Anfänger gut, da es sehr flach ist. Es sollte jedoch nicht ohne erfahrenen Führer in Angriff genommen werden. Neben den Naturwundern sind es auch von Menschen geschaffene Relikte, die interessante Tauchgänge bescheren, darunter versunkene japanische Schiffe und Flugzeuge. Rund um die Rock Islands finden abenteuerlustige Taucher die Reste von über 75 Militärschiffen aus dem Zweiten Weltkrieg und japanischen Wasserflugzeugen. Diese historischen Zeugnisse, die sich vor allem in den Lagunen finden, haben ihre eigenen Ökosysteme entwickelt: Seltene Fische, Korallen und andere Wirbellose haben sich hier angesiedelt. Zahlreiche lokale Veranstalter bieten Tauchtouren in alle Gebiete Palaus an, die in Dauer und Schwierigkeit variieren. Einige davon sprechen auch deutsch.
Viele der Sehenswürdigkeiten unter Wasser können auch von Schnorchlern erschlossen werden. Die Seen auf den Inseln bieten weitere Möglichkeiten für überraschende Einblicke und Abenteuer. Hier sind die Meeresbewohner teilweise seit Jahrmillionen von ihrer ursprünglichen Heimat abgeschieden und wurden dennoch durch unterirdische Tunnel mit Salzwasser versorgt, wodurch sie sich in unterschiedlichste Formen entwickeln konnten. Beispielhaft sei hier der berühmte Jelly Fish Lake genannt, der auch Schnorchlern die Begegnung mit Millionen ungefährlicher Quallen ermöglicht.
Unterhaltung im Paradies

Es lohnt sich, Palau auch zu Land zu erforschen - und dabei ist nicht nur Koror mit seiner touristischen Infrastruktur sehens- und erlebenswert: Besucher können in eine intakte Natur eintauchen, alte Traditionen kennenlernen, auf den Spuren einer bewegten Geschichte wandeln und echte Gastfreundschaft und Geselligkeit erfahren. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten geben einen Einblick in die Geschichte und Kultur des Landes. Vor allem Wanderer finden mannigfaltige Gelegenheiten, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Manche Inseln lassen sich innerhalb eines Tages umrunden, während Babeldaob verschiedenste, auch längere Touren durch abwechslungsreiche Landschaft ermöglicht. Auch das Mountainbiking findet immer mehr Anhänger: Vor allem auf Babeldaob stellt es eine Alternative dar, um die Insel zu erforschen und die vielen schönen Ecken auf den überwiegend unbefestigten Straßen und Wegen zu entdecken. Anschließend locken die vier Wasserfälle der Insel, um sich die Strapazen vom Leib zu spülen. Zudem besteht natürlich die Möglichkeit, per Mietwagen die Inseln zu erkunden. Welches Fortbewegungsmittel der Gast auch wählt, er sollte es nicht versäumen, die Ausflüge mit einem ausgiebigen Picknick an einem der vielen schönen Plätze und Strände zu krönen. Das Nachtleben findet vor allem in Koror statt; es konzentriert sich rund um den Damm bei Malakal, wo es Restaurants und Bars verschiedener Standards gibt. Auch Aufführungen traditioneller Tänze können besucht werden.
Weitere Aktivitäten

Die auf der gleichnamigen Insel gelegene Hauptstadt Koror bildet Ausgangspunkt und Drehkreuz fast jeder Palau-Reise. Hier befinden sich die meisten öffentlichen Einrichtungen, Restaurants und Bars sowie rund 20 Hotels und Resorts verschiedener Standards. Auch die Palau Visitors Authority, die offizielle Gästeinformation, ist hier angesiedelt. Die Mitarbeiter beantworten alle anfallenden Fragen, geben Informationsmaterial aus und sind Urlaubern bei der Reiseplanung behilflich. In zahlreichen Geschäften findet der Reisende alles vom Souvenir bis hin zu Gebrauchsgegenständen. Auch für Besucher hält der Ort viele Reize bereit, darunter einen atemberaubenden Blick auf die Rock Islands. Das liebevoll gestaltete Belau National Museum bietet einen Einblick in die Geschichte und Kultur des Inselstaates; die über 1.000 Exponate umfassen alte Perlen, Kostüme, Strohröcke, Haushaltsgegenstände, Waffen, Werkzeuge und Schmuck. Auch Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg sind ausgestellt. Zu den Attraktionen gehört der etwa ein Meter lange Kopf eines Salzwasserkrokodils. Im angegliederten Laden können Besucher kunstvolle Geschenke und Souvenirs erwerben. Das heutige Parlamentsgebäude diente zu japanischen Zeiten als Kraftwerk. Von den Einflüssen Japans zeugen auch das Sakurakai-Denkmal, ein alter japanischer Friedhof und ein Shinto-Schrein. Bei Airai ist ein Männerhaus (Bai) aus dem Jahr 1882 mit bemalten Fassaden und kunstvoll geschnitzten Balken zu bewundern. Es ist das einzige seiner Art in Palau, das noch original erhalten ist. Seine Malereien erzählen nicht nur vom Ruhm des Dorfes Airai, an einigen Stellen werden auch andere Dörfer verspottet. Auf der Insel Kayangel existiert ebenfalls ein sehenswertes Bai, in dessen Balken ganze Geschichten eingeschnitzt sind. Das im Jahr 1992 erbaute neue Bai entstand nach traditioneller Bauart; es ist mit bemalten Schnitzereien reich verziert. In den nahegelegenen Grasebenen erheben sich die 37 Monolithen von Baldruchau. Für die Herkunft der bis zu fünf Tonnen schweren Steine gibt es verschiedene Erklärungen: Eine Version geht davon aus, daß hier eines nachts Geister ein riesiges Bai errichten wollten. Als morgens die ersten Hähne krähten, erschraken sie und liefen davon, so daß das Bauwerk nie fertiggestellt wurde. Auf einem Hügel gelegen, war Imeungs einst das politische und militärische Zentrum des Südwestens von Babeldaob. Heute kann der Besucher auf alten Steinstraßen entlang der Ruinen schlendern und sich anhand der Grundmauern und Säulen vorstellen, wie hier einst eine florierende Gesellschaft existierte. In einem natürlichen Amphitheater trugen Krieger ihre Mutproben aus. Die Steine und Wege eines versunkenen Dorfes sind heute noch an der Küste bei Ngiwal zu besichtigen. Die Legende erzählt, daß die Götter einer Inselbewohnerin einen Baum schenkten, aus dem Fische fließen sollten, wenn man einen Ast abschneidet. Die Bewohner des Nachbardorfes waren darauf so neidisch, daß sie den Baum heimlich fällten - woraufhin das gesamte Dorf überflutet wurde. Auf der Hauptinsel Babeldaob verzaubern sanfte Hügellandschaften, abgeschiedene Wasserfälle, Sanddünen und dichte Dschungel den Abenteurer und Naturliebhaber. Auch Historiker kommen hier auf ihre Kosten: Relikte der frühen Zivilisation können genauso entdeckt werden wie Überbleibsel aus den Zeiten deutscher und japanischer Herrschaft. Weitere Besonderheit auf Babeldaob ist der Ngerchelechuus, der mit 242 Metern höchste Berg Palaus, mit dem gleichnamigen Wasserfall. Auch die Traumstrände zwischen Ngeraard und Melekeok sind einen ausgiebigen Besuch wert. Der Fluß Ngermeskang spiegelt die Schätze der Natur auf eindrucksvolle Weise wider: An der Mündung ist er umgeben von einem Mangrovenwald, weiter landwärts von dichtem Dschungel. Hier kommen Wanderer und Kajakfahrer voll auf ihre Kosten. Das abgeschiedenere Atoll Kayangel und die Southwest Islands sind nicht nur wegen ihrer landschaftlichen Reize einen Besuch wert: Hier wird noch ein althergebrachter Lebensstil mit vielen Traditionen gepflegt.
Autor: Nina Heizer, ZFL Public Relations

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