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TARIFA

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  • Der südlichste Punkt Europas
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Der südlichste Punkt des europäischen Kontinents

Blick vom Hafen in Tarifa in Richtung Süden über die Straße von Gibraltar zum Marokkanischen Rif-Gebirge.
Blick vom Hafen in Tarifa in Richtung Süden über die Straße von Gibraltar zum Marokkanischen Rif-Gebirge.
Tarifa liegt direkt an der Meerenge von Gibraltar und ist damit am südlichsten Punkt auf dem Festland des europäischen Kontinents zu finden. Diese prädestinierte Lage macht Tarifa zu einem besonderen Ort auf der Landkarte, und ist verantwortlich für viele der liebenswerten Eigenheiten, die Tarifa ausmachen.

Zum einen ist da die Nähe zu Afrika, nirgendwo sind sich Europa und Afrika näher. Tarifa liegt direkt an der engsten Stelle der Straße von Gibraltar, die Entfernung zwischen den Küstenlinien beträgt nur 14 Kilometer. Steht man in Tarifa auf einer Anhöhe oder direkt am Strand, so hat man tagsüber Blick auf die nordwestlichsten Ausläufer des Rif-Gebirges, welches ein in Marokko gelegener Ausläufer des Atlas-Gebirges ist. Mit diesem atemberaubenden Panorama im Hintergrund kann man den regen Schiffsverkehr beobachten, der gigantisch wirkende Tanker und Container-Schiffe zwischen Mittelmeer und Atlantik wechseln läßt. Die Meerenge von Gibraltar ist neben dem Panama- und dem Suez-Kanal eine der meistbefahrenen Seestraßen der Welt. Während der Nacht sieht man am Horizont das Lichtermeer der marokkanischen Hafenstadt Tanger, welches seit einiger Zeit von riesigen Lichtsäulen dominiert wird. An dieser Stelle wird eine der größten Hafenanlagen für Container-Schiffe in Nordafrika errichtet, das Investitionsvolumen für dieses Infrastrukturprojekt beläuft sich auf mehr als eine Milliarde US-Dollar.  
Blick vom Hafen in Tarifa in Richtung Süden über die Straße von Gibraltar zum Marokkanischen Rif-Gebirge.
Blick vom südlichsten Ende des Strandes Los Lances in Richtung Nordwesten, zum Strand der Kiter und Surfer.
Zum anderen ist da die Lage direkt zwischen zwei Meeren, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Steht man in Tarifa auf der Isla de Tarifa o de las Palomas, befindet man sich genau zwischen dem östlich gelegenen Mittelmeer und dem westlich gelegenen Atlantik. Als Urlauber kann man sich entscheiden, ob man zum Baden etwas wärmeres Wasser bevorzugt, und am Playa Chica im Mittelmeer schwimmen geht, oder ob man nur wenige hundert Meter weiter den Strand des Atlantiks, Los Lances, besucht, und sich in etwas frischere Fluten stürzt. Viel bedeutender ist dieses Aufeinandertreffen von Warm- und Kaltwasser jedoch für die Artenvielfalt der Unterwasserwelt, die in solchen Regionen in der Regel besonders reichhaltig ist. Dies führte dazu, daß Tarifa über Jahrhunderte hinweg im wesentlichen vom Fischfang lebte und sich erst in wenigen zurückliegenden Jahrzehnten zu einer Touristenregion entwickelte. Noch heute sind die Fischgründe vor Tarifa ein international gefragtes Fanggebiet, werden derzeit jedoch nur noch eher selten von einheimishen Fischern mit kleinen Booten befischt. Für die Besucher Tarifas interessant ist dieses Phänomen aber eher dadurch, daß die reichen Fischbestände auch viele Meeressäuger anlocken, die in der Straße von Gibraltar auf Beutefang gehen. Bei einer Whale-Watching-Tour ist die Wahrscheinlichkeit, auf Wale oder Delphine zu treffen sehr hoch und dementsprechend gibt es in Tarifa Anbieter, die solche Touren organisieren.    

Vom Surfer-Paradies für Insider zum weithin bekannten Reise-Ziel

Blick vom südlichsten Ende des Strandes Los Lances in Richtung Nordwesten, zum Strand der Kiter und Surfer.
Blick auf den Strand nördlich von Los Lances. Hier befindet sich die Mündung des Flusses Rio Jara und der Strandabschnitt für Wind- und Kite-Surfer.
Auch die Windverhältnisse in Tarifa sind der speziellen Küstenlage zu verdanken. Wind, der in Tarifa aufkommt, kommt immer von See, entweder von Westen, vom Atlantik her, oder von Osten, über das Mittelmeer. Der etwas kühlere Westwind, von den Einheimischen Poniente genannt, ist nicht nur dafür verantwortlich, daß in Tarifa auch im Hochsommer erträgliche Temperaturen herrschen, sondern er ist auch bei den Kite-Surfern sehr beliebt. Im Gegensatz dazu ist der aus Osten kommende, sogenannte Levante ein warmer Wind, da er in Afrika seinen Ursprung hat, und wird von den Windsurfern bevorzugt. So oder so findet der Surfer in Tarifa ein so gut wie windsicheres Revier vor, was Tarifa auch den Beinamen Europas Hauptstadt der Surfer eingebracht hat.  
Unzählige Bars, Cafés und Discotheken versüßen das Nachtleben von Tarifa, für Unterhaltung ist gesorgt.
Während Tarifa noch bis in die frühen Achtziger Jahre ein eher verschlafenes Nest war, daß unter den Surfern als Insider-Tipp gehandelt wurde, entwickelt sich dieser Ort seit etwa 15 bis 20 Jahren in jeder touristischen Hinsicht rasant. Pensionen und kleine Hotels schießen wie Pilze aus dem Boden, jeder nur erdenkliche Winkel wird zur Bar ausgebaut und in der Haupteinkaufsstraße fragt man sich, ob es mehr Souvenir-Läden gibt oder Surf- und Kite-Schulen. Auf diese Weise hat sich Tarifa in ein gerade für junge Leute äußerst attraktives Reise-Ziel verwandelt. Viele bleiben nicht nur während des Urlaubs sondern planen Aufenthalte von mehreren Wochen oder gar Monaten Dauer. Sie arbeiten tagsüber im Service der boomenden Gastronomie, als Verkäufer in den Souvenir-Läden oder als Instruktoren in den Surf-Schulen. Und sie genießen das überschäumende Party-Leben während der Nacht. Vorsicht ist geboten, in Tarifa ist schon so mancher hängen geblieben...
Autor: Dr. Andreas Rainer
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